{"id":140,"date":"2025-05-03T09:01:20","date_gmt":"2025-05-03T07:01:20","guid":{"rendered":"https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/?p=140"},"modified":"2025-05-03T09:51:15","modified_gmt":"2025-05-03T07:51:15","slug":"ruine-weidelsburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/20250503\/ruine-weidelsburg\/","title":{"rendered":"Ruine Weidelsburg"},"content":{"rendered":"\n<p>Transskript zum Podcast <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/1PKmasC4mjb4ySD4gSGvuI\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Ruine Weidelsburg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Vor dir liegt das sanfte H\u00fcgelland Nordhessens. Die W\u00e4lder wirken wie ein tiefgr\u00fcnes, endloses Meer. In der Ferne gehen sie in H\u00fcgel und offene Felder \u00fcber. Je nach Tageszeit tanzen Sonnenstrahlen \u00fcber den Baumwipfeln. Oder Nebel h\u00fcllt die T\u00e4ler in geheimnisvolles Grau.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"400\" src=\"https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cover-folge-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-141\" srcset=\"https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cover-folge-3.png 400w, https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cover-folge-3-300x300.png 300w, https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cover-folge-3-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Von der Burg hast du einen beeindruckenden Blick nach Osten. Direkt darunter liegt das kleine Dorf Ippinghausen. Es schmiegt sich in ein idyllisches Flusstal. Weiter \u00f6stlich breitet sich die Stadt Wolfhagen aus. Ihre markanten Bauwerke und D\u00e4cher sind gut zu erkennen. Am Horizont ragt der D\u00f6rnberg empor. Mit fast 600 Metern pr\u00e4gt er die Landschaft des Habichtwalds.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stehe an der Weidelsburg, der gr\u00f6\u00dften Burgruine Nordhessens. Gelegen im Landkreis Kassel, nahe der Stadt Wolfhagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Weidelsburg thront auf einem Basaltkegel und markierte einst die Grenze zwischen den Landgrafen von Hessen und den Erzbisch\u00f6fen von Mainz. Erstmals Anfang des 12. Jahrhunderts erw\u00e4hnt, sch\u00fctzte sie die hessischen L\u00e4ndereien und das Wolfhagener Land. Zudem sicherte sie die wichtigen Handelswege zwischen Frankfurt und Bremen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte der Besitzer der wichtigen Burg war chaotisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst im Besitz der Grafen von Naumburg, dann an Mainz verkauft, von den Hessen zerst\u00f6rt, dann von Mainz an Hessen abgetreten. Durch den hessischen Landgrafen und den Grafen von Waldeck wieder aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wiederaufbau wurde dann, nach Protest der Mainzer, gestoppt. Schlie\u00dflich wieder im Besitz der Mainzer.<\/p>\n\n\n\n<p>Und anschlie\u00dfend\u2026 du wirst es erraten\u2026 wieder an die Hessen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Region spielten drei wichtige M\u00e4chte eine Rolle:<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst die Landgrafschaft Hessen: Landgraf Hermann II., genannt &#8222;der Gelehrte&#8220;, regierte von 1376 bis 1413. In seiner Zeit gab es Streit im Land, aber auch Gebietsgewinne. Hermann wollte Hessen st\u00e4rker und einflussreicher machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann das Erzbistum Mainz: Als wichtige Kirche und Herrschaft war Mainz oft ein Gegner von Hessen. Beide wollten in der Region das Sagen haben. Das f\u00fchrte immer wieder zu Streit und K\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Grafschaft Waldeck: Dieses kleine Gebiet lag n\u00f6rdlich der Weidelsburg. Waldeck geriet oft zwischen die Fronten von Hessen und Mainz. Die Grafen mussten klug handeln, um unabh\u00e4ngig zu bleiben.<br>Von 1427 bis 1433 kam es zum offenen Kampf: dem Mainzisch-Hessischen Krieg.<br>Diese Machtk\u00e4mpfe haben die Region bis heute gepr\u00e4gt!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Herr von Dalwigk, die Mauern wachsen schnell. Wenn der Winter gn\u00e4dig ist, haben wir die erste Wehrmauer bis zum Herbst hochgezogen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Schneller! Unser Landesherr duldet keinen Aufschub. Wenn wir die Grenze halten wollen, m\u00fcssen diese Mauern Feinde fernhalten. Ich will sie stark genug, um einen Rammbock abzuhalten!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Doch die M\u00e4nner klagen \u00fcber zu wenig Brot\u2026&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Dann back mehr! Du denkst, die Mainzer warten, bis wir satt sind? Los, an die Arbeit!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>So oder so \u00e4hnlich mag es geklungen haben, als um 1380 die Weidelsburg wuchs.<\/p>\n\n\n\n<p>Harte Zeiten, harte M\u00e4nner \u2013 und ein Wettlauf gegen drohende Fehden.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals entstand die Grundstruktur, wie wir sie heute noch vorfinden: Zwei Hauptt\u00fcrme, Ringmauern und Wirtschaftsgeb\u00e4uden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie lief eigentlich ein Angriff auf eine Burg damals ab?<\/p>\n\n\n\n<p>Versetzen wir uns zur\u00fcck ins Jahr 1402.<br>Ein Angriff im Krieg zwischen Hessen und Mainz<\/p>\n\n\n\n<p>Es war ein kalter Morgen im Herbst des Jahres 1402, als sich die Truppen des Erzbistums Mainz unter der F\u00fchrung von Erzbischof Johann II. vor der Weidelsburg sammelten. Der Krieg zwischen Hessen und Mainz war in vollem Gange, und die Weidelsburg, ein wichtiger strategischer St\u00fctzpunkt im nordhessischen Land, war zum Ziel der Mainzer geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den umliegenden Feldern lagerte ein Heer von \u00fcber 600 Mann. Neben Rittern und Knechten waren zahlreiche Steinhauer und Artilleristen dabei, die eine Neuheit in der Kriegsf\u00fchrung mit sich f\u00fchrten: Steinb\u00fcchsen \u2013 fr\u00fche Kanonen, die schwere Steinkugeln verschie\u00dfen konnten. Diese Waffen, auf gewaltigen Balkenkonstruktionen montiert und mit Ochsen zur Burg gezogen, sollten die massiven Mauern ersch\u00fcttern. Neben den Kanonen standen auch traditionelle Waffen bereit: Armbr\u00fcste, Langbogen, Hellebarden, Schwerter und Schilde.<\/p>\n\n\n\n<p>Erster Tag der Belagerung: Aufstellung und Einsch\u00fcchterung<\/p>\n\n\n\n<p>Der Angriff begann mit einer Machtdemonstration. Trompeten erklangen, und das Heerlager stellte sich in Formation. Erzbischof Johann lie\u00df eine Kapitulation fordern. Doch Ritter Heinrich von Falkenberg, Burgherr der Weidelsburg, lehnte ab: \u201eDiese Mauern sind stark, unser Mut st\u00e4rker. Wir geben nicht kampflos auf!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mainzer begannen daraufhin mit dem Beschuss. Steinb\u00fcchsen feuerten mit dumpfem Knall ihre schweren Steinkugeln gegen die Ringmauer. Staub und Steinbrocken flogen durch die Luft, doch die Mauern hielten zun\u00e4chst stand. Die Verteidiger antworteten mit Armbrustsalven und Steinen, die von den Zinnen herabgeworfen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweiter und Dritter Tag: Feuer und Eisen<\/p>\n\n\n\n<p>Am zweiten Tag wechselten die Angreifer ihre Taktik. Mit Brandgeschossen, gef\u00fcllt mit Pech und Schwefel, versuchten sie, die h\u00f6lzernen Wehrg\u00e4nge und Fachwerkbauten innerhalb der Burg in Brand zu setzen. Bald loderten Flammen in der Vorburg, dichter Rauch zog \u00fcber die Mauern. Doch die Burgbewohner, vorbereitet auf solche Angriffe, hatten Wassergruben und Sand bereitgestellt. Unter der Leitung von Falkenbergs Frau, Margarete, l\u00f6schten Frauen und Kinder die Br\u00e4nde tapfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mainzer setzten ihre Steinb\u00fcchsen weiter ein. Eine Steinkugel traf den Turm an der Nordseite, lie\u00df Mauersteine herabst\u00fcrzen und riss eine Bresche. Sofort befahl Falkenberg, die L\u00fccke mit F\u00e4ssern und Holzbalken zu verst\u00e4rken. Von den Schl\u00fcsselschie\u00dfscharten aus feuerten Verteidiger mit Hakenb\u00fcchsen auf die Angreifer. Diese fr\u00fchen Handfeuerwaffen durchschlugen die leichten R\u00fcstungen vieler Feinde, auch wenn ihr Nachladen langsam war.<\/p>\n\n\n\n<p>Vierter Tag: Unterminierung und Gegenwehr<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mainzer begannen, einen Tunnel unter die Mauer zu graben. Doch die Burgbewohner h\u00f6rten das Klopfen unter der Erde. Falkenberg lie\u00df einen Gegenstollen graben. Als sich die G\u00e4nge trafen, kam es zu einem unterirdischen Handgemenge. Mit Wasser, Urin und brennenden Stoffen versuchten die Verteidiger, die Feinde zu vertreiben. Schlie\u00dflich st\u00fcrzte der Tunnel ein \u2013 auf beiden Seiten forderte dies Opfer.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnfter Tag: Letzter Sturm und R\u00fcckzug<\/p>\n\n\n\n<p>Nach f\u00fcnf Tagen heftiger Belagerung, brennender Geb\u00e4ude und zahlloser Steinw\u00fcrfe waren die Vorr\u00e4te in der Burg knapp. Angst vor Seuchen machte sich breit, da tote Pferde und verwundete M\u00e4nner kaum versorgt werden konnten. Doch auch die Angreifer waren ersch\u00f6pft. Ihre Steinkugeln gingen zur Neige, und die Verluste durch Verteidigungsma\u00dfnahmen waren hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen des sechsten Tages befahl Erzbischof Johann den letzten Sturm. Leitern wurden angelegt, und unter dem Schutz von Schilden st\u00fcrmten die Mainzer M\u00e4nner heran.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch hei\u00dfes \u00d6l, herabgesch\u00fctteter ungel\u00f6schter Kalk und ein letztes Aufgebot von Armbrustsch\u00fctzen wehrten sie ab. Die Verluste der Angreifer waren hoch, der Erfolg blieb aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend zog sich das Heer des Erzbistums zur\u00fcck. Die Weidelsburg war schwer besch\u00e4digt, Rauch stieg aus verkohlten Balken, doch sie war nicht gefallen. Ritter Falkenberg stand mit blutverschmiertem Wams auf der Mauer. \u201eWir leben noch. Und solange wir stehen, f\u00e4llt diese Burg nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Belagerung wurden die Sch\u00e4den begutachtet. Gro\u00dfe Teile der Wehrg\u00e4nge waren verbrannt, Mauerpartien eingest\u00fcrzt. Doch die Verteidiger hatten wertvolle Zeit gewonnen. In den folgenden Jahren wurde die Burg zu einer wehrhaften Festung ausgebaut \u2013 mit st\u00e4rkeren Mauern, neuen Schie\u00dfscharten und besseren Verteidigungsanlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Angriff war ein Beweis daf\u00fcr, wie sich die Kriegsf\u00fchrung im Mittelalter wandelte \u2013 von Schwert und Schild zu Feuer und Pulver. Doch trotz aller neuen Waffen blieb der Mut der Verteidiger oft entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p>Von einem anderen Kampf erz\u00e4hlt noch heute die Sage der \u201eWeibertreue\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Mein Liebster\u2026 der Landgraf l\u00e4sst uns w\u00e4hlen: Entweder wir ergeben uns, oder sie brennen alles nieder.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ergeben? Niemals\u2026 Aber ich kann nicht mehr k\u00e4mpfen, Agnes. Es ist vorbei.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Dann werde ich dich retten. Sie erlauben uns Frauen den freien Abzug mit dem, was wir tragen k\u00f6nnen. Du bist, was ich am meisten liebe.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Agnes, du kannst mich nicht\u2026 Das ist Wahnsinn!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Still! Lehn dich auf meine Schultern.&#8220; (Keuchend stemmt sie ihn auf den R\u00fccken)<\/p>\n\n\n\n<p>Reinhard von Dalwigk hatte zu hoch gepokert. Als Amtmann auf der Weidelsburg sollte seine Treue dem Erzbistum Mainz gelten, dem die Burg inzwischen geh\u00f6rte. Doch er verfolgte vor allem eigene Interessen. Die Lehnsherren verloren das Vertrauen in ihn. Von Dalwigk pl\u00fcnderte D\u00f6rfer sowohl des hessischen Landesherren als auch des Mainzer Erzbischofs. Reinhard war inzwischen als \u201eSchrecken des Hessenlandes\u201c bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich war das Ma\u00df voll. Mainz und Hessen schmiedeten eine Allianz gegen ihn. 1448 standen dann die Truppen des Landgrafen Ludwig von Hessen vor der Burg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lage der Burg war aussichtslos, die Vorr\u00e4te neigten sich dem Ende zu, und die Verteidiger wussten, dass die Mauern nicht ewig standhalten w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Landgraf Ludwig zeigte eine ungew\u00f6hnliche Gnade: Er gew\u00e4hrte den Frauen der Burg freien Abzug. Sie durften mitnehmen, was ihnen am wertvollsten war. Was wie eine barmherzige Geste wirkte, wurde zur Grundlage einer bis heute erz\u00e4hlten Sage der \u201eWeibertreue\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frauen, allen voran Agnes von Dalwigk, fassten einen mutigen Entschluss. Anstatt Wertgegenst\u00e4nde zu tragen, hoben sie ihre Ehem\u00e4nner und V\u00e4ter auf die Schultern und trugen sie hinaus in die Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese unerwartete Wendung erstaunte nicht nur die Belagerer, sondern r\u00fchrte auch Landgraf Ludwig. Beeindruckt von der Loyalit\u00e4t und dem Einfallsreichtum der Frauen, hielt er sein Versprechen und lie\u00df sie ziehen. So wurden durch Mut und Liebe Leben gerettet, wo Schwerter versagt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob es sich 1448 so zugetragen hat? Wer wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber diese Geschichte der Weibertreue wurde Teil der Legende der Weidelsburg \u2013 ein Zeichen von Liebe und List.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem 15. und 16. Jahrhundert ver\u00e4nderten sich die milit\u00e4rischen und gesellschaftlichen Anforderungen in Europa grundlegend, was auch Auswirkungen auf Burgen wie die Weidelsburg hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Ver\u00e4nderungen f\u00fchrten dazu, dass viele Burgen ihre urspr\u00fcngliche Schutzfunktion verloren und zunehmend verfielen oder zu Wohnschl\u00f6ssern umgebaut wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Einsatz von Feuerwaffen und Belagerungsgesch\u00fctzen waren dicke Burgmauern nicht mehr un\u00fcberwindbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Weidelsburg konnte dem Artilleriebeschuss nicht standhalten und verlor an strategischer Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Macht verlagerte sich von lokalen F\u00fcrsten zu st\u00e4rkeren Monarchien und zentralisierten Herrschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Fehden zwischen Adelsfamilien wurden seltener, wodurch der Bedarf an Wehrburgen sank.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Grenzfestung zwischen dem Landgrafentum Hessen und dem Erzbistum Mainz verlor sie mit dem R\u00fcckgang der Territorialkonflikte ihre Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Adel zog in repr\u00e4sentative Schl\u00f6sser um, die Bequemlichkeit und Prunk boten.<br>Gro\u00dfe S\u00e4le, pr\u00e4chtige G\u00e4rten und dekorative Fassaden waren wichtiger als milit\u00e4rischer Schutz.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wurde nicht zu einem Schloss umgebaut und verfiel zunehmend, da ihre Verteidigungsfunktion \u00fcberholt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Burgen wurden abgetragen oder in Renaissanceschl\u00f6sser umgewandelt.<br>Die Weidelsburg blieb hingegen eine Ruine und wurde nicht modernisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn die Burg im 16. Jahrhundert ihre Verteidigungsfunktion verloren hatte, spielte sie im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg noch eine Rolle als Zufluchtsort, bevor sie endg\u00fcltig verfiel.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Sieh nur, wie der Putz von den W\u00e4nden br\u00f6ckelt\u2026 Einst hielten hier Ritter Hof.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Jetzt? Nur Ratten und Geister. Hm\u2026 vielleicht kann ich die Steine verkaufen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Verkaufen? Dies ist ein Ort voller Geschichte! Hier wurde Blut vergossen, Eide geschworen\u2026&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Eide? Die Leute wollen heute M\u00fcnzen, keine M\u00e4rchen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Jahrhunderten des Glanzes geriet die Weidelsburg in Vergessenheit. Steine wurden geraubt, D\u00e4cher st\u00fcrzten ein \u2013 doch die Legenden lebten weiter. Noch heute findest du ihre Steine in Geb\u00e4uden der umliegenden Orte.<\/p>\n\n\n\n<p>Rund um die Burg ist der \u201eEco Pfad Arch\u00e4ologie\u201c entstanden. Eine spannende Zeitreise ins Mittelalter. Auf dem Weg erkl\u00e4ren Infotafeln anschaulich das Leben vergangener Zeiten. Du kannst zwischen einer k\u00fcrzeren Tour durch Naumburg oder einer l\u00e4ngeren Wanderung zur Weidelsburg w\u00e4hlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transskript zum Podcast Ruine Weidelsburg Vor dir liegt das sanfte H\u00fcgelland Nordhessens. Die W\u00e4lder wirken wie ein tiefgr\u00fcnes, endloses Meer. In der Ferne gehen sie in H\u00fcgel und offene Felder \u00fcber. Je nach Tageszeit tanzen Sonnenstrahlen \u00fcber den Baumwipfeln. Oder Nebel h\u00fcllt die T\u00e4ler in geheimnisvolles Grau. 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