{"id":101,"date":"2025-05-03T06:42:49","date_gmt":"2025-05-03T04:42:49","guid":{"rendered":"https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/?p=101"},"modified":"2025-05-03T09:50:51","modified_gmt":"2025-05-03T07:50:51","slug":"schloss-haemelschenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/20250503\/schloss-haemelschenburg\/","title":{"rendered":"Schloss H\u00e4melschenburg"},"content":{"rendered":"\n<p>Transskript zum Podcast <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/1PKmasC4mjb4ySD4gSGvuI\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Schloss H\u00e4melschenburg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Willkommen zum Podcast &#8222;Burgen und Schl\u00f6sser in Deutschland&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"400\" src=\"https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cover-folge-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-138\" srcset=\"https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cover-folge-1.png 400w, https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cover-folge-1-300x300.png 300w, https:\/\/burgen-und-schloesser.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cover-folge-1-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich bin Gunter und habe in den letzten 20 Jahren rund 2.500 Burgen, Schl\u00f6sser und Ruinen in ganz Deutschland besucht und fotografiert. Begleite mich auf eine Reise zu meinen pers\u00f6nlichen Lieblingsorten!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich liebe besonders die weniger bekannten Orte direkt vor deiner Haust\u00fcr. Pl\u00f6tzlich biegt man um eine Ecke und steht vor einem beeindruckenden Zeugnis voller Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau ein solches Objekt findest du im Weserbergland in Niedersachsen, zwischen Hannover und Kassel.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du die Landstra\u00dfe von Emmerthal aus entlangf\u00e4hrst, schl\u00e4ngelt sich die kleine Emmer malerisch durch das Tal, bevor sie nach einigen Kilometern in die Weser m\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich in einer Kurve erblickst Du, am Hang des Tals erbaut, das m\u00e4rchenhafte Schloss H\u00e4melschenburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber reisen wir zun\u00e4chst zur\u00fcck in der Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das f\u00fcnfzehnte Jahrhundert war gepr\u00e4gt von regionalen kriegerischen Konflikten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Heilige R\u00f6mische Reich Deutscher Nation war stark zersplittert. Es bestand aus hunderten von Territorien. Herzogt\u00fcmer, Grafschaften, Bist\u00fcmer, freie St\u00e4dte und K\u00f6nigreiche standen in st\u00e4ndiger Konkurrenz. Und die Macht des Kaisers war begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war ein st\u00e4ndiges Hin und Her lokaler Herrscher um territoriale Vorherrschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1485 besetzen westf\u00e4lische Truppen die Burg &#8211; und das sollte nicht die einzige Belagerung der Burg sein. Dabei schleppten sie reichlich des kostbaren Inventars aus dem Schloss oder verw\u00fcsteten es.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur zwei Jahre sp\u00e4ter zettelte Herzog Wilhelm von Braunschweig eine Fehde an.<\/p>\n\n\n\n<p>Fehden waren damals ein ganz legitimes rechtliches Mittel, um Anspr\u00fcche kriegerisch durchzusetzen. Adelige f\u00fchrten st\u00e4ndige private Kriege, da es kaum einheitliche Rechtsprechung oder eine dritte unabh\u00e4ngige Instanz gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei konnte man immerhin nicht einfach so angreifen. Das Ganze ging nicht ohne Grund. Der Herzog bem\u00fchte sich allerdings nicht besonders, und fand schnell einen: Ein angeblich von der Burg durchgef\u00fchrter Stra\u00dfenraub.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Burg wurde dann von ihm angegriffen, gepl\u00fcndert und, wie damals \u00fcblich, gleich komplett zerst\u00f6rt. Die von Klenckes, denen das damalige Lehen \u00fcbrigens bis heute geh\u00f6rt, bem\u00fchten sich nat\u00fcrlich die Anlage so schnell wie m\u00f6glich wieder aufzubauen. Nachdem sie das Lehen 1487 zun\u00e4chst verloren hatten, konnten sie es erst 1493 wieder zur\u00fcck erhalten. Die w\u00fcste Burgstelle wurde dann zun\u00e4chst als sogenanntes \u201efestes Haus\u201c &#8211; einer kleineren Burganlage &#8211; wieder aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Rund 50 Jahre sp\u00e4ter ein weiterer schwerer Schlag: Ein gro\u00dfes Feuer zerst\u00f6rte die Burg bis auf die Grundmauern.<\/p>\n\n\n\n<p>1556 wurden zun\u00e4chst die Wirtschaftsgeb\u00e4ude und dann die Schlosskapelle wieder aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor ab 1588 der Bau des Schlosses begann, wohnte die Familie im Wirtschaftsgeb\u00e4ude.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1618 zog der 30j\u00e4hrige Krieg, als zerst\u00f6rerischer und blutiger Kampf quer durch Europa. Als einer der obersten Heerf\u00fchrer dieser Zeit, nutzte Tilly die Weser als g\u00fcnstigen Transportweg f\u00fcr Truppen und Nachschub. Er marschierte mehrmals durch das Weserland und eroberte auch das mit dem Pferd nur zwei Stunden entfernte Hameln. Es war also nur eine Frage der Zeit bis seine Truppen in H\u00e4melschenburg einfielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was ist das? Einige Pferde werden im Schlosshof gesattelt, eine Frau zieht ihre Reitstiefel an und schwingt sich auf ihr Pferd. Schlie\u00dflich l\u00e4sst sich sie noch ihre Tasche mit einigen Dokumenten reichen. Die Schlossherrin Anna von Holle f\u00fchrt die kleine Delegation an.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch lagen Tillys feindliche Truppen auf der anderen Seite der Weser. Doch die Br\u00fccke bei Grohnde, war nur wenige Kilometer entfernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anna von Holle machte sich mutig auf eine gef\u00e4hrliche Mission: Sie wollte zum Feldherren durchkommen und mit ihm verhandeln. Vorbei an den hungrigen und marodierenden Soldaten war das eigentlich v\u00f6llig unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit unglaublichem Mut und viel Gl\u00fcck schaffte sie es tats\u00e4chlich und wurde vorgelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mir heute kaum vorstellen, mit welch au\u00dfergew\u00f6hnlichem Verhandlungsgeschick sie es schaffte, Tilly zu \u00fcberzeugen. Vielleicht war es gerade die \u00dcberraschung, dass eine so mutige Frau ihm entschlossen entgegengeritten kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie legte dem General den vorbereiteten Schutzvertrag vor und \u00fcberzeugte ihn, ihn zu unterzeichnen \u2013 mit dem Versprechen hoher Geldzahlungen, reichlich Nahrung, Pferden und Material.<\/p>\n\n\n\n<p>Tilly stellte unmissverst\u00e4ndlich klar, dass seine Soldaten die Abmachung strikt einhalten mussten: Wer die H\u00e4melschenburg pl\u00fcnderte oder angriff, dem drohte die Todesstrafe. Dennoch zerst\u00f6rten seine Truppen in den folgenden Tagen die Br\u00fccke \u00fcber die Weser. An genau dieser Stelle kann die Weser \u00fcbrigens heute mit einer Seilf\u00e4hre \u00fcberquert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich konnte die Schlossherrin, Mutter von 14 Kindern, also abends wieder zu ihrer Familie zur\u00fcckkehren \u2013 und das Schloss blieb tats\u00e4chlich vom Krieg verschont.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso bemerkenswerter, da Tilly f\u00fcr die katholische Liga k\u00e4mpfte, w\u00e4hrend die von Klenckes protestantisch waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank dieser Rettung blieb einer der fr\u00fchesten evangelischen Kirchenbauten Norddeutschlands erhalten. Unvorstellbar, wenn die kostbaren Schnitzereien den Flammen zum Opfer gefallen w\u00e4ren. Das sp\u00e4tgotische Meisterwerk aus Lindenholz, um 1480 entstanden, ist so bis heute bewahrt geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute erwartet die Besucher ein eindrucksvolles Ensemble aus Schloss, Kirche, Wirtschaftsgeb\u00e4uden und Park \u2013 beeindruckend gut erhalten und mit viel urspr\u00fcnglichem Inventar.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht umsonst z\u00e4hlt das Schloss zu den sch\u00f6nsten im norddeutschen Raum und besonders zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Weserrenaissance.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Architekturepoche des 16. und fr\u00fchen 17. Jahrhunderts verbindet italienische und niederl\u00e4ndische Einfl\u00fcsse mit regionalen Baustilen. Charakteristisch sind reich verzierte Fassaden mit Giebeln, Erkern und Ornamenten, oft symmetrisch angeordnet und mit markanten T\u00fcrmen oder Treppengiebeln versehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Hannoversch M\u00fcnden bis Thedinghausen pr\u00e4gen prachtvolle Schl\u00f6sser und Rath\u00e4user das Bild \u2013 und selbst das Bremer Rathaus erhielt in dieser Zeit sein Renaissance-Gewand.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser exklusive Baustil war definitiv nichts f\u00fcr den schmalen Geldbeutel. Wer so bauen wollte, brauchte eine prall gef\u00fcllte Haushaltskasse \u2013 und die gab es nur mit einem florierenden landwirtschaftlichen Betrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Hat das funktioniert? Nun ja, sagen wir es mal so: Quellen berichten, dass sich J\u00fcrgen von Klencke ziemlich fr\u00fch zur Ruhe setzen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Geboren im Jahr 1551, galt J\u00fcrgen von Klencke als humanistisch gebildet und welterfahren. Manche Quellen attestieren ihm sogar eine \u201ef\u00fcr seine Herkunft\u201c \u2013 was auch immer das genau hei\u00dfen mag \u2013 \u00fcberdurchschnittliche Bildung. Sein Bildungsweg war jedenfalls nicht ohne: Erst Lateinschule in Minden, dann das Gymnasium in Hannover. Schlie\u00dflich folgte die standesgem\u00e4\u00dfe Erziehung in Nienburg am Hof des Grafen von Hoya.<\/p>\n\n\n\n<p>Seiner milit\u00e4rischen Laufbahn stand nun nichts mehr im Weg. Er stieg schnell bis zum Rang des Rittmeisters auf \u2013 etwa vergleichbar mit einem Hauptmann. In dieser Position befehligte er eine Kavalleriekompanie mit rund 100 bis 150 Reitern.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch seine Studienzeit hatte noch ein weiteres Highlight: Am Hof des Bischofs Eberhard von Holle in Verden vertiefte Georg nicht nur seine humanistischen Kenntnisse \u2013 sondern auch seine Beziehung zur Nichte des Bischofs. Und wie es der Zufall wollte, \u00fcberzeugte er sie sp\u00e4ter zu heiraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Da seine Junggesellenbude wohl nicht gerade familientauglich war, begannen die beiden kurz nach der Hochzeit mit der Planung ihres\u2026 Einfamilienhauses? Nun ja, eher des Schlosses.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber woher kam eigentlich dieser Reichtum?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein solider Einkommensstrom kam aus den Stra\u00dfenz\u00f6llen. H\u00e4ndler, die auf den wichtigsten Handelsrouten unterwegs waren, mussten f\u00fcr die Durchfahrt bezahlen \u2013 eine lukrative Einnahmequelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch profitabler war jedoch der Kornhandel. Und hier hatte der Gutsherr nicht nur ein gutes H\u00e4ndchen, sondern auch eine geh\u00f6rige Portion Gl\u00fcck. Denn in vielen Teilen Europas tobten Kriege. Felder blieben unbestellt, Ernten fielen aus \u2013 und das f\u00fchrte zu massiver Knappheit und Hungersn\u00f6ten. Die Folge? Die Getreidepreise explodierten. Zwischen 1580 und 1600 verdoppelten sie sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch so ein Schlossbau? Der lie\u00df sich mit diesen Einnahmen allein kaum finanzieren\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit er\u00f6ffnete sich eine \u00e4u\u00dferst lukrative Einnahmequelle: das Gesch\u00e4ft als Kriegsunternehmer. Wer \u00fcber gen\u00fcgend Kapital verf\u00fcgte, stellte auf eigene Kosten eine Truppe von Landsknechten zusammen, r\u00fcstete sie aus und bot sie dem Meistbietenden an. Die Kriegsschaupl\u00e4tze Europas lieferten daf\u00fcr reichlich Gelegenheiten. Dabei spielte es kaum eine Rolle, f\u00fcr welche Seite gek\u00e4mpft wurde \u2013 Loyalit\u00e4t galt dem, der zahlte. Die angeworbenen S\u00f6ldner wussten oft nicht einmal, wo ihr n\u00e4chster Einsatzort sein w\u00fcrde \u2013 sie zogen dorthin, wohin der Auftrag sie f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die S\u00f6ldnerheere wurden dabei vom Obersten pers\u00f6nlich angef\u00fchrt. Das Gesch\u00e4ft war riskant, aber die Verdienstm\u00f6glichkeiten enorm. In einigen Quellen ist sogar von Einnahmen bis zu 300.000 Talern die Rede \u2013 eine gewaltige Summe f\u00fcr die damalige Zeit. Neben den von Klenckes bet\u00e4tigten sich auch die verwandtschaftlich verbundenen von M\u00fcnchhausen und von Holle erfolgreich in diesem Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Vergleich: Ein einfacher Arbeiter verdiente damals etwa einen Taler pro Woche, und ein ganzes Haus lie\u00df sich f\u00fcr rund 200 Taler bauen. Der Wert eines Talers wird heute auf eine Kaufkraft von etwa 200 bis 300 Euro gesch\u00e4tzt. Das bedeutet, dass 300.000 Taler einem heutigen Wert von bis zu 60 Millionen Euro entsprechen \u2013 ein wahres Millionengesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n<p>Neun Jahre lang war J\u00fcrgen von Klencke als S\u00f6ldnerf\u00fchrer im Einsatz \u2013 sowohl in den spanisch-oranischen Kriegen als auch im Hugenottenkrieg. Danach zog er sich aus dem Gesch\u00e4ft zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Du findest das Rittergut zwischen Hameln und Bad Pyrmont in der Schlossstrasse in der Gemeinde Emmerthal.<\/p>\n\n\n\n<p>Parkpl\u00e4tze stehen direkt an der Stra\u00dfe zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nur im Rahmen von F\u00fchrungen oder Veranstaltungen zug\u00e4nglich. Bitte respektiere die Privatsph\u00e4re der Eigent\u00fcmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die knapp einst\u00fcndigen F\u00fchrungen werden von April bis Oktober angeboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch von der Stra\u00dfe aus er\u00f6ffnet sich ein wundersch\u00f6ner Blick auf das beeindruckende Schloss und die malerische Landschaft. Schau in den Karpfenteich vor dem Schloss \u2013 vielleicht entdeckst du ein paar der stattliche Fische. Und unbedingt empfehlenswert: ein kurzer Spaziergang durch die Gutsanlage bis zur M\u00fchle im Tal an der Emmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirche ist in der Regel von April bis Oktober zwischen 14 bis 17 Uhr f\u00fcr Besucher ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottesdienste finden regelm\u00e4\u00dfig am Sonntag Morgen statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Marien-Kirche wurde um 1600 vom Schlosserbauer und seiner Frau Anna gro\u00dfz\u00fcgig ausgestattet. Der Innenraum ist reich verziert. Besonders beeindruckend sind die umfangreichen Holzarbeiten, darunter die Familienempore der von Klenckes. Der kostbare Altaraufsatz stammt noch aus dem Vorg\u00e4ngerbau. Er zeigt die Gottesmutter mit Jesuskind im Kreise von sechs heiligen Frauen. Ein Schnitzwerk aus dem n\u00f6rdlichen Harzvorland.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehenswert ist daneben auch der Taufstein von 1610, getragen von Atlanten und Karyatiden, mit kronenartigem Holzdeckel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Orgel wurde 1913 von einem aus Salzhemmendorf stammenden Betrieb erneuert.<\/p>\n\n\n\n<p>Was musst du gesehen haben?<\/p>\n\n\n\n<p>Der dreifl\u00fcgelige Bau im pr\u00e4chtigen Stil der Weserrenaissance erz\u00e4hlt von drei Bauperioden. Besonders auff\u00e4llig: die kunstvollen Portale im Innenhof. Im Eingangsbereich steht noch immer der imposante Kamin von 1606 \u2013 und die Portraitb\u00fcsten des Erbauer-Ehepaares.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Inneren spiegelt sich die Geschichte wider: Zahlreiche M\u00f6belst\u00fccke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert f\u00fcllen die R\u00e4ume. Besonders bemerkenswert: ein viert\u00fcriger Eichenschrank und das wappengeschm\u00fcckte Ehebett aus der Aussteuer von 1587. Erg\u00e4nzt wird das Ambiente durch eine beeindruckende Gem\u00e4ldesammlung aus dem 18. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Highlight ist das repr\u00e4sentative Br\u00fcckentor von 1603, das sich \u00fcber den ehemaligen Festungsgraben spannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann gibt es noch die &#8222;Pilgerlaube&#8220; \u2013 ein Zeugnis des christlichen Engagements der Erbauer. Direkt an die K\u00fcche angeschlossen, diente sie einst als Ort, an dem vorbeiziehende Pilger eine warme Mahlzeit erhielten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Zeichen bodenst\u00e4ndiger Bescheidenheit?<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das gibt es hier: Der Spruch \u00fcber der T\u00fcr zum Pferdestall l\u00e4sst daran keinen Zweifel:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDiesen Stall muss meiden, wer mehr als vier Pferd\u2018 will reiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kein Ort f\u00fcr Leute, die \u00fcbertreiben oder zu viel wollen. Wer mehr als vier Pferde beansprucht, ist vielleicht zu anspruchsvoll oder arrogant f\u00fcr dieses Umfeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein kleiner Hinweis noch: Einige Passagen wurden aus dramaturgischen Gr\u00fcnden leicht angepasst oder frei erz\u00e4hlt, um die Geschichten noch spannender und unterhaltsamer zu machen. Die Kerninhalte basieren jedoch auf wahren Begebenheiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank, dass du dabei warst \u2013 ich hoffe, du hast die Reise in die Geschichte genauso genossen wie ich. Bis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transskript zum Podcast Schloss H\u00e4melschenburg Willkommen zum Podcast &#8222;Burgen und Schl\u00f6sser in Deutschland&#8220;. Ich bin Gunter und habe in den letzten 20 Jahren rund 2.500 Burgen, Schl\u00f6sser und Ruinen in ganz Deutschland besucht und fotografiert. Begleite mich auf eine Reise zu meinen pers\u00f6nlichen Lieblingsorten! Ich liebe besonders die weniger bekannten Orte direkt vor deiner Haust\u00fcr. 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